Mittwoch, 1. Juli 2009

Der Walkman

Wer hat's erfunden? Sony war's. Und zwar vor genau 30 Jahren. Am 1. Juli 1979 kam in Japan der erste Walkman auf den Markt. Es gab zwar schon vorher tragbare Kofferradios und Kassettenrecorder, doch erst der Walkman war so klein, dass er immer am Mann oder an der Frau seien konnte. Die Musik lagerte auf analogen Kassetten und drang per Kopfhörer ins Ohr.

Das rief sofort die Krikiter auf den Plan. Vor dauerhaften Hörschäden wurde gewarnt. Die freiwillige Isolation der Musikhörer wurde mit dem Autismus in Zusammenhang gebracht, der Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung im Gehirn. Kopfhörerlose Bürger fühlten sich gestört. In Münchens U-Bahnen und Bussen hangen jahrelang Plakate mit dem Spruch "Aus dem Walkman tönt es grell - dem Nachbarn juckt's im Trommelfell".

Heutzutage ist das alles kein Thema mehr. Moderne Kopfhörer sind Ohrstöpsel und geben keinen Schall mehr nach außen ab. Musik hören und sich gleichzeitig zu unterhalten ist möglich. Bei geschlossenen Kopfhörern besteht allerdings die Gefahr, die Durchsage der S-Bahn zu überhören, dass der Zug am Leuchtenbergring ausgetauscht wird.

Und der Walkman, zwischenzeitlich mit Compact Disks als Discman im Umlauf, ist out. Dabei hat Sony erst 2004 dem deutschen Erfinder Andreas Pavel nach einem jahrelangen Urheberrechtstreits eine Entschädigungszahlung geleistet.

Heute spielt der iPod die Musik, oder das Handy, das per Flatrate die Songs bei Bedarf aus dem Internet läd.

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