So. Einen Monat nach dem Start des neuen Film von James Cameron bin ich nun auch ins Kino gegangen, um mir das Spektakel anzuschauen. Eigentlich interessierte mich die Geschichte nicht so, aber alle Bekannten und auch alle Kritiker waren der Meinung: unbedingt anschauen. Der Filmkritiker Adrian Prechtel sagte bereits nach einer Vorpremiere, dass Avatar die Kinowelt weiter spalten wird; in aufwendige, teure und hochtechnisierte Blockbuster auf der einen Seite und dem klassischen Erzählkino auf der anderen.
Und natürlich habe ich Tickets für eine 3D-Vostellung gekauft. Also, Brille auf und rein in den Sitz. Schon bei den Teasern bin ich reflexartig irgendwelchen Dingen ausgewichen, die Plötzlich ganz schnell und ganz nah auf mich zu kamen. Das war schon vielversprechend. Allerdings habe ich auch einige Minuten gebraucht, um mich an die optischen Verhältnisse der 3D-Technik zu gewöhnen. Aber das Verfahren ist heute wesentlich besser als die Systeme vor ein paar Jahren mit der rot/grün-Brille. Nur schnelle Bewegungen im Bild sind doch sehr verschwommen.
Die Geschichte des Films ist nicht übermäßig neu: Im 22. Jahrhundert beutet der Weltraum-Konzern RDA Rohstoffe auf einer menschenfeindlichen Welt mit dem Namen Pandora aus. Eine Gruppe von Wissenschaftlern versucht die humanoiden Bewohner auf Pandora, die Na'vi, zu missionieren und ihre Welt zu verstehen. Dazu schicken die Wissenschaftler künstliche, von ihnen über Gedanken gesteuerte Wesen, die Avatare, zu den Na'vi. Jake Sully, ein querschnittsgelähmter Ex-Marine nimmt an dem Programm teil. Er gewinnt das Vertrauen und den Respekt des Naturvolks, lernt durch Neytiri, der Tocher des Stammesführers, ihre Kultur und ihre Welt kennen und wird schließlich in ihre Gemeinschaft aufgenommen. Als der Konzern einen heiligen Ort der Na'vi zerstört und weiter auf ihren Lebensmittelpunkt zurollt, schlägt sich Sully auf die Seite der Na'vi und bekämpft die Eindringlinge.
Terminator II von 1991 galt bereits als revolutionär, obwohl der Film nur wenige Minuten digital erzeugter Bilder enthält. Matrix setzte 1999 einen weiteren Meilenstein für visuelle Effekte. Die Filmtrilogie von Herr der Ringe hat dann innerhalb von drei Jahren (bis 2003) die rasante Entwicklung der Filmtechnik deutlich gemacht. Plötzlich war es möglich animierte Sequenzen mit Realbilder auf erstaunliche Art zu mischen.
Avatar treibt nun die technischen Maßstäbe des Kinos auf einen neuen Höhepunkt und vermittelt, ich bin geneigt zu sagen, ein neues, bahnbrechendes Filmerlebnis. Der Film erfüllt die hohen Erwartungen. Die hohen Produktionskosten sind deutlich sichtbar, und das ist gut so. Auch die Einnahmen an den Kinokassen brechen alle Rekorde. In den nächsten Tagen wird Avatar Titanic als komerziell erfolgreisten Film ablösen. Auch wenn der Film in erster Linie ein visuelles Erlebnis bietet, vermittelt er auch viel Gefühl. So stehen letztendlich Gier, Macht und Kriegstreiberei den positiven Werten Liebe, Hoffnung und Ehre gegenüber.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen